Binance im Visier der Aufsicht: Tiefgreifende Veränderungen bei einer führenden Krypto-Börse
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Von Adamines | Kategorie: IT-News | 10. Juni 2023
Binance, eine der weltweit größten Kryptobörsen, hat am späten Donnerstagabend über Twitter eine folgenschwere Ankündigung gemacht. Die Börse machte die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) verantwortlich und verwies auf „ungerechtfertigte Zivilklagen gegen unser Unternehmen". In der Folge deaktivierte Binance vorsorglich die Möglichkeit für Kundinnen und Kunden, US-Dollar zu kaufen und einzuzahlen.
Die SEC prüft die Banktransaktionen von Binance seit Längerem genau und hat Zivilklage gegen die Börse und ihren Gründer Changpeng Zhao eingereicht. Die Klage wirft Verstöße gegen das US-Wertpapierrecht vor. Im Fokus der SEC steht dabei auch der Einfluss von Herrn Zhao auf die US-amerikanischen und internationalen Geschäftsbereiche von Binance. Beanstandet wird ein internationales Geflecht von Offshore-Holdinggesellschaften im Umfeld von Binance, die nach Darstellung der SEC erhebliche Vermögenswerte untereinander verschoben haben. Das veranlasste die SEC zu raschem Handeln: Sie beantragte im Eilverfahren eine einstweilige Verfügung. Wäre diese erlassen worden, hätte sie die US-Dollar-Bestände von Binance unabhängig vom Verhalten der Börse eingefroren.
Dabei gilt: Kundinnen und Kunden müssen nicht um ihr Guthaben fürchten. Wer seine Mittel nicht vor dem Stichtag abgezogen hat, kann sie theoretisch in Stablecoins wie Tether umtauschen. Anschließend lassen sich die Stablecoins auszahlen und über alternative Wege wieder in Dollar umwandeln. Die Entwicklung deutet allerdings darauf hin, dass die Bankpartner von Binance die Börse als zu risikobehaftet einstufen, um sie weiter als Kundin zu führen. Das SEC-Verfahren hat Erkenntnisse zutage gefördert, die die Banken nicht länger ignorieren konnten.
Aus Unterlagen, die Binance der SEC vorgelegt hat, geht hervor, dass die US-Bankpartner der Börse – darunter die Axos Bank, die Cross River Bank sowie die inzwischen abgewickelten Institute Silvergate, Signature und Silicon Valley Bank – zusammen Transaktionen in Milliardenhöhe für den US-Arm der Börse abgewickelt haben. Das verdeutlicht die Größenordnung der Finanzgeschäfte rund um Binance und zeigt, wie stark sich das laufende SEC-Verfahren auf die Bankbeziehungen auswirkt.
Die Folgen dieser Entwicklungen dürften weit über Binance hinaus auf den gesamten Kryptomarkt ausstrahlen. Mit der vorsorglichen Abschaltung des Dollar-Geschäfts versucht die Börse, den regulatorischen Herausforderungen zu begegnen. Der Vorfall führt vor Augen, wie stark Kryptobörsen weltweit unter Beobachtung stehen – und wie wichtig die Einhaltung finanzaufsichtsrechtlicher Vorgaben ist.
Wie Binance sich auf diese Situation einstellt und die Bedenken der Aufsichtsbehörden ausräumt, bleibt abzuwarten. Während sich die Kryptobranche weiterentwickelt, sind Börsen wie Anlegerinnen und Anleger gleichermaßen gefordert, Compliance, Transparenz und Risikomanagement in den Vordergrund zu stellen, um ein gesundes und tragfähiges Ökosystem zu schaffen.