Cybersicherheitsrisiken während der COVID-19-Pandemie
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4 Cybersicherheitsbedrohungen, die Sie während der COVID-19-Pandemie kennen sollten
| Von Adamines | Kategorie: IT-News
Die Sicherheit von Rechenzentren ist zu jeder Zeit ein zentrales Thema – während die Welt mit der COVID-19-Pandemie ringt, aber wohl noch mehr als sonst. Welche Cybersicherheitsbedrohungen sollten Sie als Fachkraft im Rechenzentrum gerade jetzt besonders im Blick behalten? Vier Themen verdienen Ihre volle Aufmerksamkeit:
1. Cryptominer kapern CPUs
Schädliches Cryptomining – auch Cryptojacking genannt – liegt vor, wenn Kriminelle die Rechenleistung der CPU eines befallenen Geräts abzapfen, um damit Kryptowährungen zu schürfen. Das Mining von Kryptowährungen erfordert erhebliche CPU-Ressourcen, und je beliebter Kryptowährungen wie Bitcoin werden, desto stärker suchen Hacker nach Wegen, sich illegal CPU-Kapazität zu verschaffen.
Europäische Supercomputer, die die COVID-19-Forschung unterstützen sollten, mussten nach Cryptomining-Angriffen auf akademische Rechenzentren vom Netz genommen werden. Die Täter meldeten sich aus kompromittierten Netzwerken der Universität Krakau, der Shanghai Jiaotong University und des China Science and Technology Network an. Manchen Berichten zufolge dürfte das institutionenübergreifende Teilen von Zugangsdaten den Angreifern die Arbeit zusätzlich erleichtert haben.
Beschäftigte in Rechenzentren sollten bei der Arbeit an Computertechnik auf ungewöhnliche Veränderungen achten, etwa auf Leistungseinbrüche oder verzögerte Befehlsausführung. Auch eindeutige, starke Passwörter können derartige Angriffe eindämmen.
2. Sicherheitslücken durch nicht systemrelevantes Personal im Homeoffice
Die Mitarbeitenden, die unmittelbar an der Technik einer Anlage arbeiten, gelten in der Regel als systemrelevant und kommen trotz weitreichender Lockdowns zur Eindämmung des Coronavirus weiterhin vor Ort zur Arbeit. Manche Rechenzentren ließen jedoch alle übrigen Beschäftigten von zu Hause arbeiten – dazu zählen beispielsweise Marketing, Vertrieb und Kundenservice.
Produktiv von zu Hause zu arbeiten, ist für viele allerdings eine große Umstellung. Während sich die Belegschaft an all das Neue gewöhnt, vergessen manche die üblichen Sicherheitsabläufe, andere wissen nicht genau, wie sie von den eigenen vier Wänden aus auf sicherheitsrelevante Anwendungen zugreifen. Schulung ist ein entscheidender Baustein für die Sicherheit eines Rechenzentrums. Betreiber sollten eigene Seminare für Remote-Mitarbeitende in Betracht ziehen, in denen vermittelt wird, wie man zu Hause sicher arbeitet, und die zugleich für neue Bedrohungen sensibilisieren.
Ein weiterer praktischer Hebel für ein hohes Sicherheitsniveau: Informationen dazu verteilen, wie sich Betriebssysteme und Software aktualisieren lassen. Wer etwa an einem Laptop voller veralteter Anwendungen arbeitet, macht es Angreifern leichter, einzudringen und das Gerät zu kompromittieren.
3. Angriffe mit InfoStealer-Malware
Malware-Angriffe können so schwerwiegend sein, dass sie ganze Online-Infrastrukturen lahmlegen. Forschende bei Lastline haben sich auf eine bestimmte Spielart konzentriert: die InfoStealer-Malware. Wie der Name vermuten lässt, kann sie unter anderem Tastatureingaben aufzeichnen, Screenshots anfertigen und die Webcam aktivieren. Kriminelle können so ahnungslose Nutzerinnen und Nutzer ausspähen und sensible Informationen erbeuten, die spätere Eindringversuche ermöglichen.
Das Unternehmen brachte in seinen US-amerikanischen und internationalen Rechenzentren Sensoren aus, um zu erfassen, wie stark COVID-19 die Bedrohung durch InfoStealer hat anwachsen lassen. Die Untersuchung von Lastline, die den Zeitraum vom 1. März bis zum 1. April abdeckte, zeigte zahlreiche Tage, an denen Kriminelle gleich mehrere Varianten von InfoStealer-Malware einsetzten. Wirksame Sicherheitspraktiken für Rechenzentren setzen deshalb voraus, dass man die vielen Bedrohungen dieser Kategorie kontinuierlich verfolgt.
Die Gefahr betrifft nicht nur Beschäftigte in Rechenzentren. Da diese Art von Schadsoftware jedoch immer weiter um sich greift, kann sie diesen Sektor ebenso empfindlich treffen wie viele andere Branchen. Die Untersuchung von Lastline ergab, dass Angreifer eine breite Palette gängiger Browser, FTP-Dienste (File Transfer Protocol) und E-Mail-Clients ins Visier nahmen. Häufig betteten die Kriminellen die Schadsoftware in Anhänge ein, die Dringlichkeit suggerieren – etwa mit Bezug zu COVID-19.
Die festgestellte Zunahme von InfoStealer-Malware ist für Sicherheitsverantwortliche in Rechenzentren ein guter Anlass, die gesamte Belegschaft daran zu erinnern, niemals verdächtige Anhänge herunterzuladen. Die Leitung eines Rechenzentrums kann zudem einen neuen Ablauf festlegen, um diese Gefahr zu bannen: Erhalten Mitarbeitende E-Mails unbekannter Absender, die zu einer dringenden Handlung drängen, sollten sie nicht sofort reagieren, sondern das Sicherheitsteam des Rechenzentrums einschalten.
4. Ausfälle durch unzureichende Rechenzentrumssicherheit
Rechenzentren ermöglichen es Menschen, online einzukaufen, mit ihren Liebsten in Kontakt zu bleiben und während der Corona-Pandemie produktiv zu sein. Sie betreiben außerdem Websites, über die Regierungen verlässliche Informationen verbreiten. Ein Angriff vom 18. Februar hat gezeigt, was passiert, wenn es an Cybersicherheit für Rechenzentren fehlt.
Kriminelle nahmen ein Rechenzentrum im Umfeld der ruandischen Regierung ins Visier und hebelten dessen Firewall aus. Der Angriff legte mehrere Websites aus dem öffentlichen und privaten Sektor lahm, darunter die des Präsidenten und des Militärs. Bereits 2016 hatten Hacker die Regierungsgeschäfte des Landes kompromittiert. Damals ging es um die Videokonferenzsoftware lokaler Behörden – samt Veröffentlichung sensibler Daten.
Cyberangriffe auf Rechenzentren können nicht nur Dienste stören, sondern auch dazu führen, dass Kundinnen und Kunden das Vertrauen in ihren Anbieter verlieren. Auftraggeber wollen die Gewissheit, dass ihr Rechenzentrum alle nötigen Vorkehrungen getroffen hat, um Ausfälle zu vermeiden – ob durch Cyberkriminalität verursacht oder nicht.
Es empfiehlt sich dringend, die bestehende Infrastruktur auf Schwachstellen in der Rechenzentrumssicherheit zu prüfen und diese nach Möglichkeit zu beheben. Kriminelle, die vorwiegend online agieren, suchen gezielt nach Wegen, mit ihrem Tun größtmöglichen Schaden anzurichten. Die zusätzlichen Belastungen durch COVID-19 können erfolgreiche Angriffe begünstigen – vor allem dann, wenn sich ein Rechenzentrum schwertut, sich auf die neue Normalität einzustellen, die das Coronavirus geschaffen hat.
Kein Raum für Sorglosigkeit
Die vier genannten Bedrohungen zeigen, warum es gerade jetzt entscheidend ist, die Sicherheit im Rechenzentrum konsequent im Griff zu behalten. Menschen sind in hohem Maße auf die Websites angewiesen, die von Rechenzentren betrieben werden – und jedes Sicherheitsproblem kann ihren Zugang stören oder einschränken.